Berstett besitzt Überreste des letzten Schlosses der De Berstett, dessen altes Tor sich am Place du Château befindet. Auffällig sind die "Sprüche" oder frommen Maximen, Gebete an den Hausfassaden, die oft über der Kutschentür angebracht sind. Dies ist ein Merkmal protestantischer Dörfer. Einige Innenhöfe mit ihrer Durchfuhr (überdachter Eingangsbereich) und Stube (Hauptraum mit Holzvertäfelung, gewachsten Holzpaneelen und Alkoven), sowie Sammlungen alter landwirtschaftlicher Geräte sind noch erhalten (privat nur auf Anfrage). Die Kirche enthält in ihrem Kirchenschiff die Grabsteine der Familie De Berstett.
Das Dorf wurde 1120 Bersteten genannt. 1441 erhielten die Adligen des Dorfes die Hälfte des Dorfes als Lehen vom Bischof von Straßburg. Wido De Berstett ist das erste Mitglied der Linie der Herren von Berstett, das 1120 in einer Urkunde des Klosters Sindelsberg erwähnt wird. Sein Sohn oder Neffe Garsilius milles de Bertette versöhnte sich 1190 mit dem Kloster Hanau wegen strittiger Güter im Dorf Berstett. Die Linie der Berstetts wurde in der Folgezeit unterbrochen. Sie hatte mehrere Stettmeister (Schöffen) aus Straßburg in ihren Reihen und besaß das Bürgerrecht der Stadt Straßburg, behielt aber ihren Sitz in Berstett bei. Adam von Berstett führte die Reformation endgültig in dem Dorf ein. Sie besaß in Berstett ein Schloss, das 1638 von einem kroatischen Regiment geplündert wurde. Jacques Adam von Berstett baute an derselben Stelle 1742 eine neue Residenz wieder auf. Sein Sohn Philippe Reinhard erhielt 1732 von Ludwig XV. das Burglehen der Herren von Wickersheim und wurde am 6. August 1773 für seine Verdienste um das Königreich Frankreich mit dem Titel eines Barons ausgezeichnet.
Berstett
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