Beim Festival d'Avignon 2024 schuf der talentierte Direktor des Centre national de danse contemporaine d' Angers, Noé Soulier, eine neue Kreation mit der Cembalistin Maude Gratton und ihrem Musikensemble il Convito. Eine Reise durch die Werke von Johann Sebastian Bach mit Auszügen aus der unvollendeten 'Kunst der Fuge', dem 'Musikalischen Angebot' und Sonatensätzen.
Der Choreograph setzt seine Erforschung einer Geschichte fort, die den impliziten Diskurs der Bewegung enthüllt, und knüpft damit an die Arbeit um die innere Architektur der Musik an, die Musiker antreibt, die der Geste zuhören. "In diesem Stück kehre ich zu Bach und der Kunst der Fuge zurück. Es gibt etwas unendlich Reiches in diesem Werk, das es ermöglichen würde, immer wieder daran zu arbeiten. Es enthält sehr bewegende melodische Themen und harmonische Strukturen, aber diese Expressivität ist nicht wie eine Erzählung strukturiert, wie es bei Sonaten aus späteren Epochen der Fall ist. (...) Dies steht wirklich im Einklang mit dem, was ich in Bezug auf meine Bewegungen zu tun versuche. Mein Tanz ist zwar nicht narrativ, aber auch nicht völlig abstrakt, da er sich auf Handlungen stützt - Schlagen, Fangen, Ausweichen, Werfen -, die von ihrem eigentlichen Zweck abgelenkt sind, aber Emotionen in sich tragen. Darüber hinaus sind diese Sequenzen auch recht polyphon strukturiert".