Das Gebäude wurde 1906 eingeweiht und war für das Oberlandesgericht bestimmt, dem es im Palast des Hohen Rates zu eng wurde. Mit dem Bau des Gebäudes war im Mai 1902 auf dem ehemaligen Gelände des Versuchsweinbergs der Gesellschaft für Gartenbau und Weinbau begonnen worden. Das Gebäude wurde von den Architekten Kuder und Müller im Stil des deutschen Neobarocks entworfen.
Colmar ist seit der Ankunft des souveränen Rates im Jahr 1698 die regionale Justizhauptstadt. Ab der Französischen Revolution hatte die Stadt ein Obergericht, das je nach Regime entweder Berufungsgericht, Kaisergericht oder Königsgericht genannt wurde. Auf das Oberlandesgericht, das sich mit der Annexion des Elsass durch Deutschland etablierte, folgte 1918 das Obergericht von Elsass-Lothringen, das 1923 wieder zum Berufungsgericht wurde. Dieses Gericht, das höchste im Elsass, befindet sich noch immer in dem Gebäude.
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