1936 malte Marie Laurencin das Bild La Répétition (Die Wiederholung). Auf den ersten Blick unterscheidet sich das Gemälde nicht von einer gewöhnlichen Genreszene.
Eine Gruppe junger Frauen ist versammelt; eine hält ein Libretto für den Gesang, eine andere eine Gitarre für die Musik, wieder eine andere macht einen Tanzschritt, während die beiden anderen sie beobachten. Ohne den Anschein zu erwecken, ist dieses Bild nichts anderes als eine Neuformulierung von Pablo Picassos Les Demoiselles d'Avignon, einem der ersten Werke der Moderne: derselbe Vorhang, den eines der Modelle öffnet, dieselbe Anzahl weiblicher Figuren in einer pyramidenförmigen Komposition, dieselben Farbrhythmen - ein Hund, der im Vordergrund ein Stillleben ersetzt. Doch das ganze Bild ist nicht nur heterogen, sondern auch von einem Prinzip der Verdopplung geprägt. Die Wiederholung ist nicht nur das Thema des Bildes (eine Wiederholung, wie sie für eine erfolgreiche Aufführung nötig ist), sondern auch seine Methode, verkörpert durch die Tatsache, dass alle Gesichter identisch sind - eine Verdopplung in der Verdopplung.