Alexander Sokurow beleuchtet in Faust den zeitlosen Mythos des Menschen, der mit dem Teufel paktiert. Der Film, der bei den Filmfestspielen von Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde, vervollständigt die Tetralogie des Filmemachers über die Macht. Der russische Regisseur begnügt sich nicht damit, Goethe neu zu interpretieren, sondern wühlt in den Windungen der menschlichen Seele und erkundet die Untiefen des Strebens nach Wissen und Macht. Er verankert seine Figuren in einem deutschen Dorf des 19. Jahrhunderts, in einer dämmrigen Welt, die uns an Gemälde von Bosch oder Bruegel erinnert. Faust ist ein Pionier, der nach Wissen strebt. Er schließt einen teuflischen Pakt mit dem Wucherer Mauricius und verkauft ihm seine Seele. Wir verfolgen seinen inneren und körperlichen Werdegang, bis zum Erscheinen von Margerete, die seinen Lauf für eine Weile unterbricht. Sokurows Faust ist eine perfekte Allianz zwischen Pracht und Makabrem, dem Lob des Zweifels und der Schönheit des Mysteriums und ein meisterhaftes Werk.
Russland / 2011 / Drama
Regie Alexander Sokurov
Drehbuch Alexander Sokurov, Marina Koreneva
mit Johannes Zeiler, Anton Adasinsky, Isolda Dychauk
1 h 34 / VOST