An der Schnittstelle von Körper und Objekt interpretiert Bérangère Vantusso einen Klassiker des absurden Theaters neu. Ebenso burlesk wie tragisch... Ein Nashorn taucht in einer kleinen Stadt auf und löst Panik aus. Eins? Nein, zwei, dann drei ... eine wahre Flut. Die Verwirrung ist groß. Sollte man sich dieser "Rhinozeritis"-Epidemie beugen und ebenfalls ein Dickhäuter werden? Diese Fabel von Eugène Ionesco, ein emblematisches Stück des absurden Theaters, hat den Ruf eines Textes, der angesichts des aufkommenden Faschismus "wachsam" war. Diese Erinnerung war auch bei der Uraufführung 1960 noch lebendig. Und heute? In einer gestrafften Version choreografiert Bérangère Vantusso virtuos ihre Figuren als burleske Subjekte, die in ein abstraktes Universum aus wuchernden Objekten geworfen werden: fein manipulierte weiße Würfel, die sowohl ein Rhinozeros als auch ein Bett oder einen Fernseher darstellen. Sie bilden auch hohe Mauern, ein herrliches Bühnenbild, die sich nach und nach schließen, als wollten sie jede Andeutung von Widerstand ersticken. Mit unserer Zustimmung? Eine Parabel über die Freiheit, über die es sich nachzudenken lohnt...