In einer Inszenierung, die ihr Netz meisterhaft webt, hat Yngvild Aspeli ein Stück von unerhörter Kraft geschaffen. Seine Intelligenz und seine Meisterschaft in der Puppenkunst tragen die erbarmungslose Mechanik des norwegischen Dramatikers Henrik Ibsen hoch.
Ein Puppenhaus, die Geschichte von Nora Helmer, ist auch 145 Jahre nach ihrer Entstehung noch aktuell. Ihr bürgerliches Leben, die Lügen, auf denen ihre Ehe beruht, ihr Bewusstsein und ihre Revolte gegen ihren Mann. Diese Empörung über die Macht der Männer hallt auch heute noch nach, vielleicht sogar mehr als je zuvor.
In diesem virtuosen, geschlossenen Raum vor dem Hintergrund eines übelriechenden Patriarchats zieht das Spiel zwischen Darstellern und Marionetten die Fäden der Manipulation, sowohl physisch als auch psychisch, für eine unerbittliche dramaturgische Mechanik. Menschen und Puppen, in einer doppelten Sprache, einer faszinierenden und schwindelerregenden Verdopplung, antworten einander und bieten uns eine perfekte Meisterschaft der theatralischen Illusion und ein Gesamtwerk.
Aufführung in englischer Sprache mit französischen Übertiteln.
Regie: Yngvild Aspeli und Paola Rizza
Schauspieler-Puppenspieler Yngvild Aspeli und Viktor Lukawski
Schauspieler-Puppenspieler Viktor Lukawski
Komposition Musik Guro Skumsnes Moe
Chor Oslo 14 Ensemble
Herstellung der Marionetten Yngvild Aspeli, Sébastien Puech, Carole Allemand, Pascale Blaison, Delphine Cerf, Romain Duverne.
Treffen mit dem künstlerischen Team im Anschluss an die Aufführung am 18. Dezember.