Hubert Colas bringt den ersten Roman von Simon Johannin auf die Bühne. Thierry Raynaud, ein Mann ohne Alter, verkörpert den Protagonisten perfekt in dieser trüben und entscheidenden Zone des Übergangs von der Kindheit zur Adoleszenz. Allein auf der Bühne, zwischen einem Tisch und einer Leinwand, schüttet er mit einer eindringlichen Mündlichkeit diesen fleischigen Text aus.
In La Fourrière, diesem "Dorf im Nirgendwo", leben Kinder, Erwachsene und Tiere in einem harten Alltag, in dem Langeweile an der Tagesordnung ist. Für die Jüngsten wird alles zum Spielplatz, sogar die Tiere, die man tötet und in der Hitze der Sonne verrotten lässt. Hier herrscht echte oder symbolische Gewalt, um das Leben zu erlernen. Den Hund der fetten Nachbarin schlachten, mit den Männern des Dorfes ein Schwein schlachten, sich beim Araberspiel vergnügen, zurückschlagen und den Schlägen der Eltern ausweichen? In dieser Flut roher Anekdoten klingen die Worte wie Explosionen. Man riecht das Heu, den Alkohol, das Blut und die Kadaver und spürt die Langeweile und die Einsamkeit, die den Ort durchziehen.
Von den Vergnügungen der Kindheit bis zu den Toren der Adoleszenz führt uns diese düstere Erzählung über das Landleben in die Windungen einer zynischen und witzigen Selbstsuche. Bald ist das Land verschwunden und hinterlässt im Rückspiegel nur noch die Erinnerung. Ein Brandzeichen.
Mit Thierry Raynaud
Text Simon Johannin
Regie und Bühnenbild Hubert Colas